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Samstag, 11. oktober 2008
Seit 4 Jahren nun kenne ich diesen Mann. Ich habe ihn auf eine Art lieben gelernt. Doch wir sind "nur" Freunde. Freunde für's Leben?

Kennengelernt habe ich ihn über meinen damaligen Freund. Die beiden waren schon seit Jahren mehr oder weniger befreundet, ihre Nationalität hat sie zusammen halten lassen. Tag täglich kam er also bei uns vorbei. Nach der Arbeit führte sein Weg an unserer Wohnung vorbei, da er in der gleichen Straße wohnt. Hab ihm immer einen Kaffee gemacht und ihn dann natürlich auch zum Abendessen eingeladen. Teilweise war er wirklich stressig, da mein Freund und ich auch mal Zeit für uns wollten. Doch es war immer lustig wenn er da war. Er und ich, wir verstanden uns blind. Wenn mein Freund mit einem großen Fragezeichen im Gesicht da saß, wusste ich genau, was der andere, ich nennen ihn mal liebevoll Babe, gemeint hatte. Hin und wieder machten wir uns auch versteckt über meinen Freund lustig, der Nixblicker.

Eines Tages kam es in unserer Wohnung zu einem riesen Streit. Mein Freund und Babe haben sich auf's übelste angemacht und letztendlich hat ihn mein Freund aus der Bude geworfen. Natürlich war es meine Aufgabe, hinter meinem Freund zu stehen, ihm den Rücken zu stärken. Bei aller platonische Liebe, die ich für Babe empfand, er war nicht mein Partner und konnte in diesem Fall nicht mit meiner Unterstützung rechnen.

Zwei Monate später habe ich mich von meinem Freund getrennt. Wohlgemerkt nicht wegen Babe, zu dem hatte ich seit dem Streit keinen Kontakt mehr. Wollte meinen Freund dadurch nicht verletzen. Doch nun war es an der Zeit, dass wir uns trennen, denn es lief schon lange nicht mehr gut. Aber ständig kamen familiäre Schicksalsschläge dazwischen und in solch einer Situation konnte ich ihn nicht wegstoßen. Endlich kam der Punkt, ich hab gesagt, dass wir uns trennen müssen, da es keinen Wert mehr hat. Ich emfpinde nichts mehr für ihn, und wir hatten schließlich auch schon seit über einem halben Jahr keinen Sex mehr. Klar, er hat geheult, aber hat es auch eingesehen. Wir haben uns darauf geeinigt, dass er wieder zu seiner Mutter zieht und ich die Wohnung behalten kann, da ich schließlich auch die Küche gekauft hatte. Habe ihm gesagt, dass er nicht von heute auf morgen die Wohnung räumen muss. Das war ein Fehler. Alle zwei Tage hat er seine Meinung geändert. Es entstand ein hin und her. Wenn einer geht, meinte er, dann bist du das. Ich bleibe. Und dann war er wieder kurz vorm heulen und meinte es tue ihm Leid, er wird gehen.

Nach etwa zwei Wochen Stress habe ich mich mit einem anderen Typen getroffen, heimlich. Habe mich von meiner damals besten Freundin (hierzu komme ich später!) abholen und zum Treffpunkt fahren lassen. Da war der Typ. Allerdings war er mein Nachbar, kannte also auch meinen Ex-Freund. Haben uns an einem beliebten Ort für Kiffer getroffen, unter freiem Himmel. Wir haben geknutsch, bissle rumgemacht und ja, gott vergib, ich hab ihm dann einen geblasen. Warum Gott vergib, dazu komme ich auch später.

Weiß nicht mehr, was das für ein Tag war, aber am Sonntag morgen danach bekam ich die Quittung für mein nuttiges Verhalten. Mein Ex hatte eigentlich die letzten Nächte schon bei seiner Mutter verbracht, hatte aber immer noch einen Wohnungsschlüssel. Ich war von Samstag auf Sonntag in unserer Dorf-Disco und kam etwa morgens um 5Uhr nach hause. Hab mich nur auf's Sofa vor die Glotze gelegt und bin wohl irgendwann eingeschlafen. Punkt sieben Uhr stand mein Ex aufeinmal vor mir, bin durch sein Schreien aufgewacht. Habe ihn durch meine schmalen Äuglein, die am liebsten zu geblieben wären, angeschaut und konnte die Wut in ihm sehen. Doch es war zu spät noch irgendwie zu reagieren. "Pflatsch" - er hatte mir ins Gesicht gespuckt. Und da wurde mir erst richtig klar, was hier gerade passiert. Er hat sich auf mich geschmissen, einen Arm unter sein Knie gedrückt, es tat höllisch weh. Und dann ging es los, mit der flachen Hand immer wieder in mein Gesicht. Glücklicherweise konnte ich mit meinem rechten Arm das meiste abfangen, doch ich war verzweifelt, wusste nicht was tun. Und immer wieder die selbe Frage: " Du blöde Schlampe, wem hast du einen geblasen?" Hin und wieder habe ich ihm geantwortet: "Das sag ich dir nicht. Lass die Scheiße, wir sind getrennt!" Doch damit stoß ich nur auf taube Ohren. Ich kann nicht mehr genau sagen wie lange es ging, bis er endlich von mir abließ. Bevor er die Wohnung verließ, hat er mein Handy noch gegen die Wand gepfeffert, das Loch ist heute noch drin, und die Glasplatte vom Tisch einfach hinterher geschleudert. Endlich war Ruhe im Raum. Habe mich ungeschaut und war entsetzt. Überall Scherben und zwischendrin die Tausend Einzelteile meines Handys. Jetzt erst wurde mir bewusst, dass mein ganzer Körper schmerzte. Mein linker Arm, auf den er sein Knie gesetzt hatte tat höllisch weh. Dann bemerkte ich auch ein piepsen...das war mein Ohr. Ich stand langsam auf, barfüßig suchte ich mir einen Weg durch die Scherben. Ich stand nun im Bad vor dem Spiegel und konnte es nicht fassen. Ich sah aus, als ob ne Dampfwalze über mich drüber gefahren ist. Grün, lila, blau, rot, alle Farben waren schon vertreten. und dann mein rechtes Ohr. Es tat schon weh es nur zu sehen, und nun wusste ich auch wo das piepsen her kam. Dann kam die Angst in mir hoch, was wenn er gleich nochmal kommt?

Habe mir kurz was übergezogen, es waren die Klamotten vom Abend davor, und habe mich ins Auto gesetzt. Mein Weg führte mich zu meinen Eltern. Aber da war natürlich noch keiner wach, am frühen Sonntag morgen. Hatte damals noch einen Schlüssel, bin leise reingegangen habe mich in die Küche gesetzt und erst mal einen Kaffee getrunken. Es ging nicht lange, da stand meine Mutter in der Tür, mit weit aufgerissenen Augen und fragte was mit mir passiert sei. Unter Tränen habe ich ihr davon erzählt und mittlerweile kam auch mein Vater dazu. Dieser war auf 180 hoch zehn. Er nahm das Telefon und wollte meinen Ex erreichen, dieser ging allerdings nicht ran. Am liebsten wäre er los gefahren und hätte ihn sich vorgeknüpft. Wir konnten ihn aber von diesem Vorhaben abhalten. Dann haben meine Eltern auf mich eingeredet und gemeint, ich solle ihn anzeigen, wegen Körperverletzung. Habe mich erst dagegen gesträubt, aber letztendlich bin ich doch zur Polizei gegangen und habe meine Aussage gemacht. Ich habe mich dabei sehr elend gefühlt. Wusste nicht, ob ich das richtige mache. Auf dem Revier hat man mir aber gleich gesagt, dass ich nicht mit viel rechnen sollte. Er bekomme vielleicht ne Verwarnung ein geringes Strafgeld. Egal, er soll nur wissen, dass er nicht so davon kommt und solle so was nie wieder machen. Das war mein Gedanke.

Wieder bei meinen Eltern angekommen, hab ich überlegt was ich nun machen sollte. Er hatte ja noch immer einen Schlüssel zur Wohnung und sein ganzes Zeug hatte er ja auch noch nicht rausgeholt. Hätte wohl bei meinen Eltern unterkommen können, aber das wollte ich nicht. Es war dort schon eng genug. Meine beste Freundin und ich gingen zu Ihrem damaligen Chef, der auch ein guter Freund von uns Beiden war. Dieser hat uns herzlichst aufgenommen und meinte wir könnten so lange bleiben wie wir wollten. Noch am selben Tag hab ich einen Anruf von einer Bekannten meines Ex bekommen. Er sitzt gerade bei ihr, hat ihr alles erzählt und sich selbst bei der Polizei angezeigt. Es tut ihm ja alles soooo Leid. Schön für ihn, dachte ich mir. Sie sagte, dass er die nächsten Tage sein Zeug aus der gemeinsamen Wohnung holen und mir den Schlüsseln in den Briefkasten werfen wird. Ausserdem würde er sich gern noch persönlich bei mir entschudligen. Ich sagte, dass ich darauf erst mal keine Lust hätte. Ich würde mich melden.

Zwei Wochen habe ich dann nun bei diesem Freund gewohnt, keiner wusste wo ich bin, nur meine beste Freundin. Sie hatte die Zeit über dort mit mir gewohnt. In der Zwischenzeit, hat sich ein Gerichtshelfer bei mir gemeldet. Die Sache ging wohl weiter als ich dachte. Es ging darum aussergerichtlich die Sache zu klären. War für mich ok. Allerdings wollte er auch einen Täter-Opfer-Ausgleich. Das heißt, wir hätten uns alle zusammen an einen Tisch gesetzt und darüber geredet. Das wollte ich nicht. Letztendlich musste mein Ex eine Geldstrafe, weiß nicht in welcher Höhe, an eine Organisation bezahlen, die sich für misshandelte Frauen einsetzt. Das tat mir gut. Hätte auch Schmerzensgeld haben können, aber das wollte ich nicht. Er sollte nur kapieren, dass er sowas nie wieder machen soll.

Dieser kleiner Stricher von Nachbar. Wir hatten uns extra heimlich getroffen, aber Männer sind Schweine. Von einem 18-jährigen Jüngling hätte ich nichts anderes erwartet. Aber dass ein Mann mit 27 meint, er müsse damit prahlen, dass er mich hatte, hm...da fällt mir nichts mehr zu ein. Er hat es unter anderem dem besten Freund meines Ex erzählt und dieser hat meinem Ex dann zwar gesagt, dass ich da und da einem einen geblasen habe, aber nicht wem. Verdammt, hätte er mal gleich alles erzählt, dann wäre mir die Scheiße erspart geblieben. Und das beste, deswegen, Gott vergib, ich hab ihm einen geblasen, ich hätte diesen Typen angefleht, ihm einen Blasen zu dürfen. Kann das war sein? Ich frage nicht lange, ich mach wonach mir eben grad der Sinn steht. Wenn ich Lust habe zu blasen, dann tu ich das, und bitte nicht darum es tun zu dürfen. Hallo??? Diese kleine Tatsache hat einen faden Beigeschmack. Hatte somit meinen Ruf auch erst mal wieder weg. Aber hey...sollte mich das stören?

Fortsetzung folg...

von Sonnenschein - veröffentlicht in: Leben
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